{"id":25905,"date":"2016-05-11T12:47:05","date_gmt":"2016-05-11T10:47:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.elmar-schmidinger.at\/hk5\/projekt\/gwg-fernpassstrasse\/"},"modified":"2025-10-20T09:59:06","modified_gmt":"2025-10-20T07:59:06","slug":"gwg-fernpassstrasse","status":"publish","type":"projekt","link":"https:\/\/www.hkarchitekten.at\/de\/projekt\/gwg-fernpassstrasse\/","title":{"rendered":"Fernpassstra\u00dfe, M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Bauen mit Holz \u2013 Eine \u00fcberzeugende \u00d6kobilanz.<\/strong><\/p>\n<p>Bei diesem Bau wurde erstmals in M\u00fcnchen ein viergeschossiges Wohn- bzw. B\u00fcrogeb\u00e4ude mit sichtbaren Holzdecken ausgef\u00fchrt. Im Erdgeschoss sowie im \u00f6stlichen Teil des 1. Obergeschosses befindet sich die Hausverwaltung der GWG M\u00fcnchen Sendling-Westpark-Hadern. Alle weiteren Fl\u00e4chen sind frei finanzierten Mietwohnungen vorbehalten. Auf Grund der gemischten Nutzung in einem Geb\u00e4ude waren sowohl konstruktiv als auch bauphysikalisch sehr komplexe Herausforderungen zu meistern. Dar\u00fcber hinaus ist das Geb\u00e4ude nach den neuesten Erkenntnissen des modernen Holzbaus konstruiert: Auf den tragenden vorgefertigten Rahmenholzw\u00e4nden und Einzelstutzen lagern Stahltr\u00e4ger, auf denen wiederum Brettsperrholzelemente verlegt wurden. Deren Unterseite bleibt sichtbar und verleiht den Wohnungen einen besonderen Charakter.<\/p>\n<h4>\u00bbMit der Modellerneuerung der GWG, M\u00fcnchens derzeit gr\u00f6\u00dftes Holzprojekt, erzielt bestm\u00f6gliche Wertsch\u00f6pfung und Effizienz in Bauweise und Betrieb, bei verdoppelter Wohnfl\u00e4che und Energiereduktion um Faktor 15.\u00ab<\/h4>\n<h5>Lichtblau Architekten, M\u00fcnchen<\/h5>\n<p>Das Konstruktionsmaterial des Hauses zeigt sich offen. Die Au\u00dfenh\u00fclle wurde im Werk vorgefertigt, ihre W\u00e4rmed\u00e4mmung entspricht den Passivhausanforderungen. Die Verschalung der Fassaden erfolgte mit s\u00e4gerau belassenen, senkrechten, grau lasierten Fichtenbrettern. Auf Grund langj\u00e4hriger Erfahrung mit dieser Art von Au\u00dfenverkleidung kann von einer langen Haltbarkeit und niedrigen Erhaltungskosten ausgegangen werden. Auch hier soll die Fassade den Holzbau erlebbar machen, die farbige Behandlung ist der Integration in den Kontext geschuldet und ein behutsamer, gesteuerter Vorgriff auf den charakteristischen | Alterungsprozess des Holzes. Vergleiche von Geb\u00e4uden in konventioneller Bauweise, die zahlreiche Bauprodukte aus endlichen Rohstoffen enthalten, und Geb\u00e4uden mit einem hohen Anteil an Bauelementen aus nachwachsenden Rohstoffen haben die erheblichen Entlastungspotenziale aufgezeigt, welche die Letzteren f\u00fcr das \u00d6kosystem bieten.<\/p>\n<p>Warum baut die GWG M\u00fcnchen heute \u2013 wieder \u2013 in Holz? Bereits in den 90er-Jahren hat die GWG M\u00fcnchen Wohngeb\u00e4ude in Holzsystembauweise im Rahmen des experimentellen Wohnungsbaus erfolgreich erstellt. Die Entstehung dieses neuen Projekts hat eine l\u00e4ngere Geschichte. In unserem Siedlungsgebiet Sendling-Westpark-Hadern modernisieren wir seit einigen Jahren kontinuierlich unsere Best\u00e4nde. Dabei wurden Geb\u00e4ude komplett umgebaut, aber auch abgerissen und durch Neubauten ersetzt.<br \/>\n~<\/p>\n<p>Aus der \u00dcberzeugung, dass der Holzbau in st\u00e4dtischen Quartieren zu Unrecht eine sehr geringe Verbreitung hat, entschieden wir uns, f\u00fcr die Planung der Modernisierung unserer Bestandsbauten Zwischen Fernpa\u00dfstra\u00dfe und Badgasteiner Stra\u00dfe, ein Experiment mit dem Lehrstuhl f\u00fcr Holzbau der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen, zu wagen.<\/p>\n<p>Im Wintersemester 2006\/07 bearbeiteten Studenten die Modernisierung und Erweiterung des Quartiers als Entwurf. Die Grundidee war, die massiv gebauten Bestandsgeb\u00e4ude durch Holzkonstruktionen so zu erweitern, dass zeitgem\u00e4\u00dfe Wohnungsgrundrisse realisiert und gleichzeitig Geb\u00e4udeerg\u00e4nzungen geschaffen werden konnten. Zus\u00e4tzlich sollte der Erweiterungsbau, in dem die \u00f6rtliche Hausverwaltung Sendling-Westpark-Hadern unterzubringen war, komplett in Holzsystembauweise erstellt werden. Die Entw\u00fcrfe wurden Grundlage f\u00fcr eine sp\u00e4tere Weiterbearbeitung und bauliche Umsetzung durch| das B\u00fcro Kaufmann. Lichtblau Architekten, M\u00fcnchen, Schwarzach. Holz ist nicht nur ein sehr umweltschonendes Baumaterial, es ist auch ein \u201esympathischer Baustoff.<\/p>\n<p>Da die GWG M\u00fcnchen ihre Verantwortung nicht nur in der Bew\u00e4ltigung der sozialen Aufgaben der Wohnungspolitik sieht, sondern auch in der L\u00f6sung der umweltrelevanten Fragen im Wohnungsbau, war dieser Schritt nur folgerichtig.<\/p>\n<p>Seit vielen Jahren investiert die GWG M\u00fcnchen viel Geld in die Sanierung und auch in die energetische Verbesserung ihrer Best\u00e4nde. Damit leistet sie einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von CO<sub>2<\/sub>-Emissionen in M\u00fcnchen.<\/p>\n<p>Bei der Auswahl der Baukonstruktionen ist diese Thematik ebenfalls bedeutsam. Denn die Erzielung hoher Dammwerte zur Energieeinsparung bei den Wohngeb\u00e4uden erfordert nicht nur einen hohen Aufwand bei den Investitionen, sondern auch einen hohen Energieeinsatz bei der Herstellung und Verarbeitung der Baumaterialien. Das Material Holz bietet hier beste Voraussetzungen, die Umweltbelastung deutlich und auf Dauer zu reduzieren. Allerdings sind nat\u00fcrlich schwierige Details wie z. B. beim Brandschutz, Feuchteschutz und Schallschutz zu losen. Mit unserem neuen Geb\u00e4ude soll demonstriert werden, dass das umweltfreundliche Baumaterial \u201eHolz\u201c selbst im mehrgeschossigen Bau \u00fcberzeugend und rationell eingesetzt werden kann.<\/p>\n<h4>\u00bbDie Innenraumgestaltung wurde konsequent aus Gr\u00fcnden der Nachhaltigkeit in Holz ausgef\u00fchrt. Denn die Verwendung des Materials soll sichtbar und erlebbar sein. Das Ergebnis ist ein interessantes und\u00a0\u00a0 gelungenes Pilotprojekt in Holzbauweise. Wie immer in solchen F\u00e4llen gibt es noch einiges zu verbessern. Diese Erkenntnis soll uns jedoch ermutigen, diese umweltfreundliche Bauweise weiterzuentwickeln und zu verbessern.\u00ab<\/h4>\n<h5>Hans-Otto Kraus<\/h5>\n<p>Die Siedlung der GWG M\u00fcnchen in Sendling- Westpark stammt aus einer Zeit dringlicher Wohnraumschaffung in den 50er-Jahren des letzten Jahrhunderts. Den Bestand bilden klassische Massivbauten mit drei Geschossen. Die innen liegenden Treppen erschlie\u00dfen jeweils zwei Wohnungen pro Geschoss. Zur Beheizung dienten Einzel\u00f6fen. Die H\u00e4user sind voll unterkellert und teils mit Altziegeln aus dem Kriegsschutt gemauert und verputzt. Auf den Mauern liegen d\u00fcnne, hellh\u00f6rige Betondecken. Die Geb\u00e4ude befinden sich nach \u00fcber f\u00fcnfzig Jahren noch weitgehend im Originalzustand, der W\u00e4rmebedarf ist etwa dreimal so hoch wie die angestrebten Neubauwerte.<\/p>\n<p>Ein Gro\u00dfteil des gesamten Wohnbaubestandes in Deutschland ist funktional \u00fcberholt, im Betrieb aufwendig, energetisch unzul\u00e4nglich und entspricht nicht mehr den heutigen Wohnbed\u00fcrfnissen. Die wichtigste Bauaufgabe der Zukunft liegt somit in der Bestandserneuerung bzw. ihrer Sanierung. |Diese ist aber kaum finanzierbar, wenn nicht bestehende Wohnanlagen nachverdichtet werden k\u00f6nnen und damit erst das finanzielle Potenzial gegeben ist, um aufwendige Sanierungsma\u00dfnahmen umsetzen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>W\u00fcnschenswert ist dies dar\u00fcber hinaus, weil dadurch das Ausufern der Stadt ins Umland abgebremst und die notwendige urbane Dichte der Wohnquartiere mit all den daraus resultierenden Vorteilen geschaffen werden kann.<\/p>\n<p><strong>Folgende Ziele wurden f\u00fcr das Sanierungsvorhaben an der Badgasteiner Stra\u00dfe festgelegt:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>weitest gehender Erhalt bestehender Primarstrukturen (graue Energie\/Abfallvermeidung)<\/li>\n<li>Vergr\u00f6\u00dferung der vermietbaren Wohnflache um 50 Prozent<\/li>\n<li>Schaffung eines marktgerechten Wohnungsmix mit attraktiven Zuschnitten<\/li>\n<li>Senkung des Energiebedarfs unter 50 Prozent des Neubaubestandes<\/li>\n<li>Barrierefreiheit aller Wohnungen<\/li>\n<li>Restenergiebedarf weitgehend CO<sub>2<\/sub>-neutral<\/li>\n<li>einfache, sichere Technik bei hoher Behaglichkeit<\/li>\n<li>m\u00f6glichst umfassende Verwendung nachwachsender Rohstoffe<\/li>\n<li>Integration haustechnischer und solaraktiver Komponenten<\/li>\n<\/ul>\n<p>Alle vorangegangenen Ziele sollen \u00fcber diverse F\u00f6rderprogramme kostenneutral erreicht werden.<\/p>\n<p>Die unvermeidlichen Mehrkosten f\u00fcr die Prototypen mit dem \u201ePr\u00e4dikat Nachhaltigkeit\u201c sollen \u00fcber diverse einschl\u00e4gige Zusch\u00fcsse minimiert werden.<\/p>\n<p>Nach eingehender Analyse der unterschiedlichen Bestandsbauten kristallisierte sich die Notwendigkeit differenzierter Vorgehensweisen heraus. So wurden im ersten Bauabschnitt die zwei \u00f6stlich gelegenen Geb\u00e4ude entkernt, grundsaniert, teilweise aufgestockt und um einen neuen, dazu quer stehenden Neubau erweitert.<\/p>\n<p>Der Sagezahnbau wird im zweiten Bauabschnitt komplett abgerissen und durch einen neuen Holzbau ersetzt. Nach Abschluss der Neu- und Erg\u00e4nzungsbauma\u00dfnahmen werden die Au\u00dfenr\u00e4ume durch die neuen r\u00e4umlichen Abschl\u00fcsse klarer formuliert \u2013 es entstehen besser strukturierte, ansprechend wohnliche Hofe.<\/p>\n<p>Auf Grund der gro\u00dfen Geb\u00e4udeabst\u00e4nde war die Aufstockung ohne Beeintr\u00e4chtigung der r\u00e4umlichen Qualit\u00e4t m\u00f6glich, ebenso ist nach wie vor eine gute Besonnung garantiert. |<\/p>\n<p>Diese umfangreichen Ma\u00dfnahmen bedeuten eine grundlegende Ver\u00e4nderung des architektonischen Erscheinungsbildes der gesamten Anlage. Auf Grund der hohen energetischen Anforderungen wurde der Bestand mit einer neuartigen D\u00e4mmung eingekleidet. Vorgefertigte Holzfassadenelemente samt D\u00e4mmschicht wurden an den bestehenden gemauerten Bauk\u00f6rper montiert. Diese d\u00e4mmende H\u00fclle wie auch die kompletten Au\u00dfenw\u00e4nde der Aufstockung wurden in einer vorgefertigten Systembauweise ausgef\u00fchrt. Die Fassade aus senkrechten, sagerauen, lasierten Brettern erzeugt ein charakteristisches, warmes Fassadenbild. Farblich kr\u00e4ftige Balkon- und Laubengangbr\u00fcstungen mit glatter Metalloberfl\u00e4che stehen im Kontrast zur zur\u00fcckhaltenden Fassade.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bauen mit Holz \u2013 Eine \u00fcberzeugende \u00d6kobilanz. Bei diesem Bau wurde erstmals in M\u00fcnchen ein viergeschossiges Wohn- bzw. B\u00fcrogeb\u00e4ude mit sichtbaren Holzdecken ausgef\u00fchrt. Im Erdgeschoss sowie im \u00f6stlichen Teil des 1. 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