{"id":26051,"date":"2016-05-11T12:54:10","date_gmt":"2016-05-11T10:54:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.elmar-schmidinger.at\/hk5\/projekt\/krumbach-pfarrhaus\/"},"modified":"2025-10-20T09:45:32","modified_gmt":"2025-10-20T07:45:32","slug":"krumbach-pfarrhaus","status":"publish","type":"projekt","link":"https:\/\/www.hkarchitekten.at\/de\/projekt\/krumbach-pfarrhaus\/","title":{"rendered":"Pfarrhaus, Krumbach"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ein Zentrum f\u00fcr das Dorf.<\/strong><\/p>\n<p>Die Gemeinde Krumbach verfolgt seit \u00fcber zehn Jahren ein engagiertes Bauprogramm, welches sich im Wesentlichen mit der baulichen Entwicklung des Dorfkernes befasst. Begleitet wird diese Entwicklung seit geraumer Zeit von einer Arbeitsgemeinschaft aus drei Architekturb\u00fcros, die 2008 mit einer Studie \u00fcber die mittelfristige Entwicklung des Dorfkernes betraut wurde.<\/p>\n<h4>\u00bbEinfache, doch anspruchsvolle Architektur, die ganz viel kann. \u00ab<\/h4>\n<h5>Arnold Hirschb\u00fchl, B\u00fcrgermeister<\/h5>\n<p>Als Meilenstein in diesem Prozess wurde im November 2013 das Pfarrhaus fertig gestellt. In seiner Funktion als Kultur- und Mehrzweckgeb\u00e4ude hat das Geb\u00e4ude neben seiner baulichen Pr\u00e4senz am Dorfplatz einen wichtigen Platz im \u00f6\ufb00entlichen Dor\ufb02eben eingenommen. Sind doch neben dem Pfarrsaal (Kleiner Dorfsaal), der Pfarrkanzlei samt Pfarrwohnung, die \u00f6\ufb00entliche B\u00fccherei und das Probelokal f\u00fcr Musikverein und Chor in diesem Geb\u00e4ude vereint. Ein vielf\u00e4ltiges Spektrum an Nutzungen sorgt f\u00fcr eine zus\u00e4tzliche Belebung des Krumbacher Dorfkernes.<\/p>\n<p>Die Gemeinde Krumbach ist seit 2002 Partnergemeinde im e5-Programm und setzt sich daher m\u00f6glichst ressourcen- und umweltschonendes Bauen zum Ziel. Dem folgten auch die Vorgaben f\u00fcr das Pfarrhaus. In Zusammenarbeit mit dem Umweltverband Vorarlberg wurde auf Basis des Kriterienkataloges f\u00fcr den kommunalen Geb\u00e4udeausweis ein weitreichendes Ma\u00dfnahmenpaket erarbeitet, um den hohen Vorgaben des Bauherrn zu entsprechen.<br \/>\n~<\/p>\n<p>Die homogene und hochwertige Materialisierung des Geb\u00e4udes erschlie\u00dft sich bereits \u00fcber seine Fassadengestalt. Gro\u00dfz\u00fcgig gesetzte \u00d6\ufb00nungen gliedern den auf einem verputzten Sockel ruhenden Bauk\u00f6rper. Die Einfassungen der \u00d6\ufb00nungen sind in\u00a0| massivem Eichenholz ausgef\u00fchrt, die Fenster in heimischer Fichte. Der vertikale Wei\u00dftannen-Fassadenschirm, als Wechselfalzschalung mit unterschiedlichen Breiten, verleiht dem Geb\u00e4ude einen leichten, spielerischen Eindruck. Abgeschlossen wird der Bauk\u00f6rper von einem markanten Walmdach, das mit Eternit-Rhombusplatten eingedeckt ist. Die Dachform nimmt klar Bezug zum historischen Bestand, welcher bis gegen Ende der 1970er Jahre das Krumbacher Dorfbild pr\u00e4gte.<\/p>\n<p>Das Geb\u00e4ude, in seinen Abmessungen von 15,9 x 22,7 m ist aber der Kellerdecke als reiner Holzbau ausgef\u00fchrt. Die\u00a0 st\u00fctzenfreie \u00dcberspannung des zentralen Pfarrsaales von 10,5 m im Erdgeschoss verlangte nach einer besonderen statischen L\u00f6sung. Eine \u00fcberhohe Mittelwandscheibe, gespannt in Geb\u00e4udel\u00e4ngsrichtung, tr\u00e4gt zusammen mit den Au\u00dfenw\u00e4nden die Dach- und Deckenlasten. Die Deckenelemente \u00fcber dem Saal wurden aufgrund ihrer statischen Anforderung als Hohlkastenelemente ausgef\u00fchrt, die zwischen den Wandscheiben eingeh\u00e4ngt sind. Solche konstruktiven Ma\u00dfnahmen k\u00f6nnen nur mit verleimten bzw. kreuzlagen-verleimten H\u00f6lzern wirtschaftlich hergestellt werden. Ansonsten wurde f\u00fcr den Rest der Holzkonstruktion darauf Bedacht gelegt, dass Vollholzquerschnitte zum Einsatz kommen, welche durch die Gemeinde in Eigenholzbringung den ausf\u00fchrenden Gewerken beigestellt wurden. In Summe wurden somit 68 m\u00b3 Konstruktionsholz verbaut, das direkt aus den Krumbacher W\u00e4ldern stammt.<\/p>\n<p>Holz als lokaler und traditioneller Werksto\ufb00 kommt auch im Innenausbau zum Einsatz. Alle Wand- und Deckenverkleidungen sind in heimischer Wei\u00dftanne ausgef\u00fchrt, die B\u00f6den in massiven Eichendielen. Alle H\u00f6lzer wurden unbehandelt verbaut. Einerseits aus \u00f6kologischen Aspekten, andererseits auch um hier wieder an die traditionelle Verwendung des unbehandelten Holzes auch im Innenbereich anzukn\u00fcpfen. |<\/p>\n<p>Was f\u00fcr das Konstruktionsholz galt, wurde konsequenterweise im Innenbereich fortgef\u00fchrt. Hier wurden 51 m<sup>3<\/sup> Wei\u00dftannenholz verbaut, ebenfalls von der Gemeinde in Eigenholzbringung gestellt.<\/p>\n<p>Den Vorgaben und Kriterien verp\ufb02ichtet, wurde die komplette Geb\u00e4udeh\u00fclle im hochged\u00e4mmten Standard ausgef\u00fchrt. Die Summe dieser Ma\u00dfnahmen f\u00fchrte zu einem Heizw\u00e4rmebedarf von 10 kWh\/m\u00b2a (berechnet lt. OIB). Die Heizenergie wird durch den Anschluss an die bestehende Nahw\u00e4rmeversorgung bereitgestellt, die bereits alle kommunalen Geb\u00e4ude im Dorfkern versorgt. Betrieben wird diese Anlage mit Hackgut, das von regionalen Versorgern bereitgestellt wird. Bauen in diesen energetischen und \u00f6kologischen Standards und die Ber\u00fccksichtigung der Nutzungsvielfalt bedingen einen professionellen technologischen Einsatz an Haustechnik. So wurden alle Ma\u00dfnahmen getro\ufb00en, um den Einsatz von Heizenergie und den Verbrauch von elektrischer Energie f\u00fcr den Geb\u00e4udebetrieb zu minimieren. Jede Nutzungseinheit wird daher von einer eigenen L\u00fcftungsanlage versorgt, die elektrischen Verbrauchseinheiten sind einzeln auslesbar und werden mittels Energiebuchhaltung durch die Gemeinde einem monatlichen Controlling unterzogen. |<\/p>\n<p>\u00d6kologisch nachhaltiges Bauen manifestiert sich aber in einem \u201aBauen der kurzen Wege\u2018. Aufgrund des vitalen Handwerks in der Region Bregenzerwald war es m\u00f6glich, dass die \u00fcberwiegende Mehrheit (\u00fcber \u00be) der ausf\u00fchrenden Firmen aus einem Umkreis von weniger als 30 km stammte.<\/p>\n<p>Gesellschaftlich nachhaltiges Bauen zeichnet sich dadurch aus, dass eine kleine Gemeinde seinen B\u00fcrgern eine Infrastruktur scha\ufb00t, die ein lebendiges Dor\ufb02eben f\u00f6rdert und bestm\u00f6glich unterst\u00fctzt. Gute Architektur leistet hier ihren unverzichtbaren Beitrag. In diesem Zusammenhang entspricht das Pfarrhaus Krumbach einem idealtypischen Bauwerk.<\/p>\n<p><strong>\u00a0||<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Zentrum f\u00fcr das Dorf. Die Gemeinde Krumbach verfolgt seit \u00fcber zehn Jahren ein engagiertes Bauprogramm, welches sich im Wesentlichen mit der baulichen Entwicklung des Dorfkernes befasst. 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