{"id":26069,"date":"2016-05-11T12:55:07","date_gmt":"2016-05-11T10:55:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.elmar-schmidinger.at\/hk5\/projekt\/engel-mellau-hotel\/"},"modified":"2025-10-20T09:14:31","modified_gmt":"2025-10-20T07:14:31","slug":"engel-mellau-hotel","status":"publish","type":"projekt","link":"https:\/\/www.hkarchitekten.at\/de\/projekt\/engel-mellau-hotel\/","title":{"rendered":"Hotel Engel, Mellau"},"content":{"rendered":"<p><strong>Aufstockung Hotel Engel, Mellau: Neu ausgerichtet.<\/strong><\/p>\n<p>Touristische Traumwelten haben eine kurze Halbwertszeit. Am Hotel \u201eEngel\u201c in Mellau war dieser Wandel der Erwartungen augenf\u00e4llig. Der Familienbetrieb wurde zwar nach wie vor mit viel Gastfreundschaft und Engagement gef\u00fchrt \u2013 doch das Dreisterne-Haus sprach einen betont breiten \u00c4lpler-Dialekt. Und es entsprach damit kaum mehr dem heutigen Selbstverst\u00e4ndnis der Bregenzer W\u00e4lder, die weltgewandt und stolz ihre Identit\u00e4t leben, ohne dabei dick aufzutragen.<\/p>\n<h4>\u00bbDurch einfache Architektur und den Einsatz nat\u00fcrlicher Materialien, ist es uns gelungen ein rustikales Haus der Vergangenheit, in die touristische Gegenwart zu f\u00fchren. Bei allen baulichen Ma\u00dfnahmen wurde immer darauf geachtet Herz und Seele des \u201eHotel Engel\u201c zu bewahren.\u00ab<\/h4>\n<h5>Arch. DI Roland Wehinger<\/h5>\n<p>Die Zielsetzung war klar: Der Engel sollte einen Weg in die touristische Gegenwart finden. Das Haus sollte jedoch nicht nur ein Facelifting erhalten, sondern auch noch neue Gastzimmer erhalten. Weil in der Hotellerie jeder Tag z\u00e4hlt, standen f\u00fcr die Bauarbeiten lediglich drei Monate zur Verf\u00fcgung. Dies erh\u00f6hte die Anforderungen an die Organisation der Baustelle wesentlich.<\/p>\n<p>~<\/p>\n<p>Doch aus architektonischer Sicht stellte sich noch ein ganz anderes Problem: Der Giebel war auf die falsche Seite ausgerichtet. \u00dcber der langen Fassade lag ein flach geneigtes Dach und das Haus wirkte wie ein \u00fcberdimensioniertes Chalet. Dar\u00fcber hinaus unterstreichen die dunkel gestrichenen Br\u00fcstungen der Balkone die rustikale Anmutung. Die Aufgabe bestand nun darin, nicht nur den Giebel, sondern das ganze Haus neu auszurichten. Das Resultat zeigt einen pr\u00e4zisen Eingriff, der das Hotel in mehreren Schritten in die Gegenwart f\u00fchrt und ihm auch eine Zukunft bietet. |<\/p>\n<p>Das Hotel \u201eEngel\u201c in Mellau war in die Jahre gekommen \u2013 und es ist in dieser Zeit nicht gut gealtert: Die Anmutung war klar den 1970er-Jahren zuzuordnen und das Haus wirkte in seinem Volumen wenig elegant, der Giebel \u00fcber der langen Seite machte es plump und gro\u00df. Es gab demnach Handlungsbedarf in der Erscheinung des gesamten Hauses und einige Zimmer sollten aufgefrischt werden. Bei den Hotelzimmern erfolgte eine Rochade: 5 neue Zimmer wurden gegen S\u00fcdwesten unter dem neuen Dach erstellt und bilden das Premium-Angebot des Hotels, gegen Nordosten ist das Volumen als Rohbau f\u00fcr sp\u00e4tere Ausbauten vorbereitet. Aus der ehemaligen Wohnung der Gastgeber im 3. OG sind zwei Suiten entstanden.<\/p>\n<p>Auch wenn es nach einer gro\u00dfen Operation aussieht, ist der Eingriff dennoch behutsam und ma\u00dfvoll. Die erste Phase der Instandsetzung ordnet das Haus ab dem 3. Obergeschoss und in der \u00e4u\u00dferen Erscheinung. Die Zimmer wurden vorl\u00e4ufig nur dort erneuert, wo tiefere Eingriffe n\u00f6tig waren. Die R\u00e4ume im 1. und 2. Obergeschoss blieben unber\u00fchrt. Die zentrale Entscheidung lag darin, den Giebel zu drehen: dadurch bot sich die Gelegenheit, die ehemaligen Dachkammern zu neuen Zimmern auszubauen, und im 4.Obergeschoss blieb dar\u00fcber hinaus Platz f\u00fcr die neue Wohnung der Hausherren.<\/p>\n<p>Gegen au\u00dfen ist neben dem ver\u00e4nderten Volumen vor allem die neue Gestaltung der Balkone augenf\u00e4llig. Die ehemals liegenden Balkonbr\u00fcstungen aus dunkel gestrichenen Brettern sind stehenden Latten aus naturbelassenem Holz gewichen. Die vor die Br\u00fcstung gestellten, noch dunkler gestrichenen Balken wurden komplett entfernt. Es ist erstaunlich, wie sehr diese Gesten den Charakter des Hauses ver\u00e4ndern: Die Gliederung der Fassaden in geschlossene und offene Fl\u00e4chen ist nun viel klarer ablesbar, die feinen B\u00e4nder der durchgehenden Balkonbr\u00fcstungen dr\u00fccken die handwerkliche und dem Holz verpflichtete Identit\u00e4t der Region aus.&nbsp; |<\/p>\n<p>Abgesehen von diesen beherzten Ver\u00e4nderungen war die Devise, m\u00f6glichst viel vom Bestand weiter zu verwenden: Die neuen Zimmer im 3. Obergeschoss geben die Marschrichtung vor mit hochwertigem Handwerk und zur\u00fcckhaltender Gestaltung. Bei einer n\u00e4chsten Auffrischung werden weitere Zimmer wohl ein ebenso vern\u00fcnftiges Facelifting erhalten wie der Rest des Hauses.<\/p>\n<p>Mit der Anpassung des Volumens wurde die Basis f\u00fcr die weitere Entwicklung des \u201eEngels\u201c gelegt. Die Erwartungen der G\u00e4ste werden sich wohl auch in Zukunft wieder wandeln. Dann bietet die jetzt erfolgte Instandsetzung eine hervorragende Grundlage, um dereinst erneut auf die ver\u00e4nderten Bed\u00fcrfnisse reagieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aufstockung Hotel Engel, Mellau: Neu ausgerichtet. Touristische Traumwelten haben eine kurze Halbwertszeit. Am Hotel \u201eEngel\u201c in Mellau war dieser Wandel der Erwartungen augenf\u00e4llig. Der Familienbetrieb wurde zwar nach wie vor mit viel Gastfreundschaft und Engagement gef\u00fchrt \u2013 doch das Dreisterne-Haus sprach einen betont breiten \u00c4lpler-Dialekt. 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