{"id":26186,"date":"2016-05-11T13:00:12","date_gmt":"2016-05-11T11:00:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.elmar-schmidinger.at\/hk5\/projekt\/student-residence-at-brock-commons\/"},"modified":"2025-10-20T08:41:34","modified_gmt":"2025-10-20T06:41:34","slug":"student-residence-at-brock-commons","status":"publish","type":"projekt","link":"https:\/\/www.hkarchitekten.at\/de\/projekt\/student-residence-at-brock-commons\/","title":{"rendered":"Brock Commons Tallwood House, Vancouver"},"content":{"rendered":"<p><strong>Go West: Technologietransfer an den Pazifik.<\/strong><\/p>\n<p>Die University of British Columbia (Vancouver, Kanada) erstellte einen Holzbau mit gro\u00dfen Ambitionen. Das Wohnheim f\u00fcr 400 Studierende von Brock Commons ist bei seiner Fertigstellung mit 53 Metern H\u00f6he das h\u00f6chste Geb\u00e4ude aus Massivholz \u2013 weltweit. F\u00fcr die Universit\u00e4t ist es bereits der achte Holzbau in Massivbauweise, f\u00fcr die Holzwirtschaft der Region bringt die Art der Fertigung einen Innovationsschub. Hermann Kaufmann Architekten haben den Bau als \u201eTall Wood Advisors\u201c begleitet und ihre Erfahrung mit effizienten Holzstrukturen eingebracht.<\/p>\n<h4>\u00bbDieses bemerkenswerte Geb\u00e4ude, das erste in dieser Art auf der Welt, ist ein weiteres leuchtendes Beispiel kanadischen Einfallsreichtums, eine gute Demonstration wie Kanadas Forstindustrie neue M\u00f6glichkeiten durch Technologie und Innovation findet.\u00ab<\/h4>\n<h5>Jim Carr, Kanadas Minister f\u00fcr nat\u00fcrliche Ressourcen<\/h5>\n<p>Die Holzwirtschaft dominiert in British Columbia. Die waldreiche Provinz im Westen Kanadas exportiert jedes Jahr Holzprodukte im Wert von rund 10 Mrd. Euro. Wenig erstaunlich, dass der Baustoff in der Region eine lange Tradition hat \u2013 was hingegen erstaunt, ist der niedrige Innovationsgrad der Bauindustrie. Es herrschen konventionelle Konstruktionen vor: im kleinen Ma\u00dfstab kommt die bew\u00e4hrte Baloon-Frame-Bauweise zum Einsatz, und auch bei gr\u00f6\u00dferen Geb\u00e4uden besteht das Tragwerk meist aus einem herk\u00f6mmlichen Rahmenbau. Mit massiver Bauweise und der modularen Vorfertigung hat die lokale Bauwirtschaft erst wenig Erfahrungen gesammelt. |<\/p>\n<p>Laut der Website des lokalen Branchenverbands naturallywood.com sieht die Holzindustrie in British Columbia ein enormes Potenzial in der Nutzung von massiven Holzbaustrukturen. Sie sind in ihren Eigenschaften vergleichbar mit einer Stahl- oder Stahlbetonkonstruktion, \u00fcbertreffen diese aber deutlich bez\u00fcglich Nachhaltigkeit und Bauzeit. Damit lassen sich insbesondere gro\u00dfe Geb\u00e4ude effizient und wirtschaftlich in Holz erstellen.<\/p>\n<p>~<\/p>\n<p>Die Bauweise in massivem Holz soll nun das Studentenwohnheim der University of British Columbia (UBC) propagieren. Der 18-geschossige Holzbau im Campus Brock Commons demonstriert mit rund 15&#8217;000 m\u00b2 Nutzfl\u00e4che die Effizienz des Baustoffes. Um Holzbauten in die H\u00f6he wachsen zu lassen, haben die lokalen Beh\u00f6rden bereits 2009 die maximale Geschosszahl von vier auf sechs erh\u00f6ht. F\u00fcr das 53 m hohe Wohnheim reichte diese \u00c4nderung nat\u00fcrlich nicht. Der Campus verf\u00fcgt \u00fcber eine eigenst\u00e4ndige Bauverwaltung und das kanadische Baugesetzt kennt Regeln f\u00fcr Ausnahmebewilligungen im Rahmen einer \u201esite-specitic regulation\u201c. Diese beiden Faktoren erm\u00f6glichten einen Holzbau in dieser Dimension, doch die Auflagen bez\u00fcglich Erdbebesicherheit und Brandschutz waren strenger als bei einem Stahl- oder Stahlbetonbau.<\/p>\n<p>Der Bewilligungsprozess war dementsprechend aufw\u00e4ndig: Neben einem Peer-review beurteilte ein Ausschuss aus Brandschutzexperten, Wissenschaftern, Beh\u00f6rden und Feuerwehrleuten die Konstruktion. Um die Widerstandsf\u00e4higkeit der Holzkonstruktion gegen Brand zu erh\u00f6hen, sind die Holzbauteile in Gipskarton eingepackt. Lediglich im obersten Geschoss, das als Aufenthaltsraum f\u00fcr die Studierenden dient, ist die Konstruktion sichtbar und bietet einen anschaulichen Blick auf die Bauweise des Hochhauses. Ein redundantes System versorgt die Sprinkleranlage auch dann noch mit Wasser und Strom, wenn die Anschl\u00fcsse an das \u00f6ffentliche Netz unterbrochen sind. |<\/p>\n<p>Die St\u00fctzen des modularen Holzbaus bestehen aus Leimbindern der Dimension 26 x26 cm. Sie sind auf dem Grundriss von 15 x 56 m in einem Raster von 2.85 x 4 m angeordnet. Auf den St\u00fctzen liegen Deckenplatten aus Brettsperrholz, sogenanntem Cross-Laminated-Timber (CLT), in f\u00fcnf Schichten und einer Gesamtst\u00e4rke von 16,6 cm. Die versetzt angeordneten Zwei- und Dreifeldplatten sind zweiachsig gespannt und erm\u00f6glichen dadurch eine Decke komplett ohne Unterz\u00fcge. Neben einer schnellen Montage bringt dies den Vorteil, dass die technische Geb\u00e4udeausr\u00fcstung einfach verlegt werden kann. Der Schubverbund zwischen den einzelnen CLT Platten wird mit einer versenkten 3-Schicht-Platte hergestellt. Damit entsteht aus den Einzelplatten eine statisch nutzbare Scheibe. Alle horizontalen Kr\u00e4fte (Wind Erdbeben) werden \u00fcber Stahlb\u00e4nder aus dieser Scheibe in die betonierten Stiegent\u00fcrme \u00fcbertragen. Die Holzst\u00fctzen tragen die vertikalen Lasten ab und geben sie weiter auf eine Stahlbetonkonstruktion im Erdgeschoss. Das Wohnhaus konnte innert k\u00fcrzester Zeit errichtet werden: Pro Woche wuchs die Baustelle um zwei Geschosse an.<\/p>\n<p>Der Ausdruck des Geb\u00e4udes passt sich der n\u00fcchternen und modernistischen Sprache des gesamten Campus an. Die Fassaden bestehen aus der in Kanada \u00fcblichen Stahlrahmen-Konstruktion mit einer Verkleidung aus Hochdruck-Schichtpressstoffplatten aus Holz und Papier, wobei sich Elemente mit gro\u00dfformatigen Trespa Platten und raumhohen Fenstern abwechseln. Verglasungen \u00fcber Eck l\u00f6sen das Volumen auf, ein Gesims aus Metall kr\u00f6nt das Geb\u00e4ude. Ein Sonnendach aus CLT entlang des Sockels tr\u00e4gt die warme Atmosph\u00e4re der Gemeinschaftsr\u00e4ume nach au\u00dfen. Die Vorr\u00e4ume der Aufz\u00fcge sind im Bereich der Studentenwohnungen mit dem gleichen material verkleidet wie die Fassaden. Die Korridore weisen T\u00fcren aus Holz und farbliche Akzente in Umbra und Ocker auf. Das Interieur der 305 Studios und Vierereinheiten ist sparsam und einfach gehalten: die warmen Farben des Teppichs und des Schreibtisches erg\u00e4nzen die hochwei\u00dfen Oberfl\u00e4chen. Die Sicht auf den Ozean und die Berge ist spektakul\u00e4r.<\/p>\n<p>Neben dem industriellen Know-How-Transfer sind ambitionierte Ziele bez\u00fcglich Nachhaltigkeit angestrebt: Das Label LEED-Gold soll erreicht und der Standard ASHRAE 90.1-2010 (Energy Standard for Buildings Except Low-Rise Residential Buildings) erf\u00fcllt werden. Gegen\u00fcber einem konventionell erstellten Geb\u00e4ude muss das neue Wohnheim 25% graue Energie und Verbrauch aus dem Betrieb einsparen. Einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Umwelt hat die Bauherrschaft bereits mit der Wahl des Baumaterials geleistet: Die Konstruktion aus Vollholz spart ein Volumen von 2.650 m\u00b3 Beton ein, was einem Aequivalent von rund 500 Tonnen CO<sub>2 <\/sub> entspricht. |<\/p>\n<p>Das Studentenwohnheim ist ein wichtiges Pilotprojekt f\u00fcr die Massivbauweise in Holz. Um die \u00f6kologischen Qualit\u00e4ten dieser Bauart zu einem relevanten Faktor zu machen, muss sie jedoch in den unterschiedlichsten Ma\u00dfst\u00e4ben und Nutzungen zur Anwendung kommen \u2013 sowohl bei sichtbarer Anwendung wie auch als Konstruktionsholz. Um diese Bauweise zu propagieren, wurde das Projekt im Rahmen der \u201eTall Wool Buildings Demonstration Project Initiative\u201c finanziell unterst\u00fctzt, weitere Beitr\u00e4ge stammen von der Provinz British Columbia, dem Binational Softwood Lumber Council und FPInnovations. ||<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Go West: Technologietransfer an den Pazifik. Die University of British Columbia (Vancouver, Kanada) erstellte einen Holzbau mit gro\u00dfen Ambitionen. Das Wohnheim f\u00fcr 400 Studierende von Brock Commons ist bei seiner Fertigstellung mit 53 Metern H\u00f6he das h\u00f6chste Geb\u00e4ude aus Massivholz \u2013 weltweit. 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