{"id":29088,"date":"2017-03-02T17:41:37","date_gmt":"2017-03-02T16:41:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.elmar-schmidinger.at\/hk5\/?post_type=projekt&#038;p=29088"},"modified":"2025-07-28T17:18:10","modified_gmt":"2025-07-28T15:18:10","slug":"verhandlungsverfahren-baeuerliches-schul-und-bildungszentrum","status":"publish","type":"projekt","link":"https:\/\/www.hkarchitekten.at\/de\/projekt\/verhandlungsverfahren-baeuerliches-schul-und-bildungszentrum\/","title":{"rendered":"BSBZ &#8211; Landwirtschaftsschulen Vorarlberg, Hohenems"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ortsr\u00e4umliche Situation<\/strong><\/p>\n<p>Das b\u00e4uerliche Schul- und Bildungszentrum wurde in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder erweitert. Mit dem Erweiterungsbau von 2006 wurde bereits versucht, die zergliederte Bausubstanz in eine klarere Struktur zu fassen. Die bestehende Bauk\u00f6rperkonfiguration ist relativ kompakt organisiert und grenzt sich klar gegen\u00fcber dem weitl\u00e4ufigen Au\u00dfenraum und dem angrenzenden Siedlungsgebiet ab. Lediglich im Bereich der beiden Eing\u00e4nge f\u00fcr Schule und Erwachsenenbildung bricht die geschlossene Bauform auf. Diese Baul\u00fccken markieren die Zug\u00e4nge, welche in weiterer Folge \u00fcber zwei Innenh\u00f6fe f\u00fchren. Dabei markiert der Zugangshof der Schule, mit angrenzendem Mehrzwecksaal, das eigentliche Zentrum der Anlage.<\/p>\n<p>Versucht man den Bestandsbau, zusammen mit den umliegenden Freifl\u00e4chen f\u00fcr Landwirtschaft und Sport, einem st\u00e4dtebaulichen Typus zuzuschreiben, l\u00e4sst sich dies am ehesten als b\u00e4uerliche Hoftypologie mit schulischer Nutzung umschreiben. Die gro\u00dfe Kubatur steht selbstbewusst im Gr\u00fcnraum und verk\u00f6rpert so eine klare Haltung gegen\u00fcber der baulichen Umgebung. Die Hoftypologie kann zudem immer wieder erweitert werden und erm\u00f6glicht gleichzeitig eine hohe r\u00e4umliche Qualit\u00e4t an der Schnittstelle zwischen Innen- und Au\u00dfenraum.<\/p>\n<p>Der vorliegende Entwurf versucht dieses st\u00e4dtebauliche und r\u00e4umliche Potential aufzugreifen und weiter zu st\u00e4rken. |<\/p>\n<p>Durch die Setzung des Neubaus entsteht ein weiterer Innenhof, welcher im Zentrum der drei Klassenh\u00e4user liegt, und somit das Zentrum des Schultrakts bildet. Dieser Schulhof bleibt nach au\u00dfen r\u00e4umlich geschlossen und generiert somit keine weitere Zugangssituation, es bleibt bei einem Eingang f\u00fcr eine Schule. Der Neubau orientiert sich zudem an der inneren Erschlie\u00dfungsstruktur des Bestandes und wird in direkter Verl\u00e4ngerung der Hauptkorridore positioniert. Die daraus resultierenden Vor- und R\u00fcckspr\u00fcnge des Bauk\u00f6rpers gliedern das gro\u00dfe Volumen gegen\u00fcber der Umgebung. Durch den Neubau werden zudem problematische Fassadenfragmente der Nordwestfassade bereinigt.<br \/>\n~<\/p>\n<p><strong>Innere Organisation<\/strong><\/p>\n<p>Das Schulhaus wird zwar \u00fcber den gemeinsamen Eingang erschlossen, die Verkehrsstr\u00f6me werden jedoch unmittelbar danach geteilt. Geht man vom Eingang geradeaus weiter, f\u00fchrt der Weg direkt an der Zentralgarderobe und am Innenhof vorbei, zum Haupttreppenhaus. \u00c4hnlich dem Bestandsbau, verbindet die Treppe die Verarbeitungs- und Werkst\u00e4ttenbereiche im Untergeschoss mit den dar\u00fcber liegenden Lernlandschaften. Vom zentralen Treppenhaus gelangt man direkt in die spiegelsymmetrisch angeordneten Gemeinschaftsfl\u00e4chen. Diese p\u00e4dagogisch wertvolle Zone wurde dabei auch f\u00fcr den Fachunterrichtsbereich erg\u00e4nzend vorgesehen.<\/p>\n<p>\u00dcber die beiden Erschlie\u00dfungsspangen wird der neue Unterrichtsbereich unmittelbar in die Erschlie\u00dfungsstruktur des Bestandes eingebunden. Diese doppelte Wegf\u00fchrung erm\u00f6glicht einerseits einen Rundgang durch alle Klassentrakte, und erm\u00f6glicht gleichzeitig den zweiten Fluchtweg ohne zus\u00e4tzliches Treppenhaus. |<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Verpflegungs- und Gemeinschaftsraum, welcher f\u00fcr alle Sch\u00fcler offensteht, ist ebenfalls entlang dieser Erschlie\u00dfungsspange, im Zentrum der Schule situiert. Diesen Gemeinschaftr\u00e4umen sind Terrassen und Balkone vorgelagert, welche auch als konstruktiver Sonnen- und Witterungsschutz nach S\u00fcdwesten dienen. Die Integration und Erweiterung der bestehenden Terrasse in den Innenhof er\u00f6ffnet zudem weitere M\u00f6glichkeiten f\u00fcr den Schulbetrieb. Einerseits als m\u00f6gliche Plattform f\u00fcr die angedachte Au\u00dfenklasse, anderseits als notwendiger Freiraum f\u00fcr den sozialen Austausch in den Pausen. Im Innenhof kann sich so eine lebendige Atmosph\u00e4re entwickeln, welche durch einen naturbelassenen Garten im Untergeschoss zus\u00e4tzlich bereichert wird. Dieser soll als Gegenpol zur umliegenden Kulturlandschaft, das Spannungsfeld der kulturellen und \u00f6kologischen Verantwortung am b\u00e4uerlichen Schul- und Bildungszentrum zum Ausdruck bringen.<\/p>\n<p>Damit im Zuge der Erweiterung auch die Barrierefreiheit&nbsp; f\u00fcr das gesamte Schulhauses gew\u00e4hrleistet werden kann, wird im Erdgeschoss des Bestands ein zus\u00e4tzlicher Plattformaufzug eingebaut.<\/p>\n<p><strong>Konstruktion, Material, Farbe<\/strong><\/p>\n<p>Durch die Ausdehnung der bewehrten Konstruktion und Fassadengestaltung vom Zubau 2006, auf den jetzigen Neubau und die noch ausstehende Fassadensanierung f\u00fcr den Schultrakt von 1987, wird auch eine gestalterische&nbsp; und konstruktive Konsistenz f\u00fcr das ganze Schulhaus angestrebt. Dies ist einerseits im Sinne einer m\u00f6glichst gleichwertigen Lernumgebung f\u00fcr alle Sch\u00fcler, aber auch Ausdruck der funktionalen Logik, und den hohen Anforderungen an \u00d6kologie und Nachhaltigkeit. W\u00e4hrend das massive Sockelgeschoss vorwiegend Werkr\u00e4ume mit h\u00f6heren Brandschutzanforderungen beherbergt,&nbsp; sind die Unterrichtsgeschosse wieder in Holzmassivbau mit Brettstapelbauweise konzipiert. Die tragenden Mittelachsen werden beim Neubau jedoch mit deckengleichen Tr\u00e4gern und Stahlst\u00fctzen abgelastet um die Lernlandschaften m\u00f6glichst offen und flexibel zu gestalten. Zus\u00e4tzliche akustische Ma\u00dfnahmen sind auf den W\u00e4nden und M\u00f6beln vorgesehen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Fassadefarbe nach au\u00dfen hin die gemeinsame Schule ausdr\u00fcckt, sind die drei Klassentrakte innen bewusst farblich differenziert und eigenst\u00e4ndig. Neben den naturbelassenen Holzoberfl\u00e4chen, ist innen ein heller Bodenbelag mit farbigen Akzenten durch die M\u00f6bel vorgesehen. Die Fassadenfarbe auf s\u00e4gerauhen Holzlatten hat sich \u00fcber die letzten zehn Jahre bew\u00e4hrt, dies sieht man am Besten im direkten Vergleich mit der gleichzeitig sanierten Putzfl\u00e4che. |<\/p>\n<p>Ein gestalterisch neues Element an der Fassade&nbsp; sind die Bereiche mit vertikalen Lamellen. Durch diesen Filter werden sowohl die inneren Erschlie\u00dfungs- und Gemeinschaftszonen an der Au\u00dfenfassade ablesbar, als auch die \u00dcbergangsbereiche zwischen den verschiedenen Bauetappen. Durch diesen Kunstgriff kann auch der leichte H\u00f6henversatz zum Klassentrakt 1987 logisch aufgenommen werden.<\/p>\n<p><strong>Lernlandschaft<\/strong><\/p>\n<p>Die Klassenr\u00e4ume und die angrenzende Gemeinschaftsfl\u00e4che werden lediglich durch M\u00f6beleinbauten zoniert. Durch die durchgehenden Oberlichter wirken die R\u00e4ume offen, hell und gro\u00dfz\u00fcgig. In den tiefen M\u00f6beln k\u00f6nnen offenstehende T\u00fcren versteckt werden, und verglaste Sitznischen f\u00f6rdern zus\u00e4tzlich Transparenz und Kommunikation bei gleichzeitiger Gew\u00e4hrleistung des Schallschutzes. Funktionale Anforderungen wie Waschbecken, Stauraum oder auch Arbeitskojen werden allesamt in die M\u00f6bel integriert, dadurch bleibt gen\u00fcgend Raum frei f\u00fcr flexible M\u00f6bel und kreative Nutzungen.<\/p>\n<div id=\"wrapper\">||<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ortsr\u00e4umliche Situation Das b\u00e4uerliche Schul- und Bildungszentrum wurde in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder erweitert. Mit dem Erweiterungsbau von 2006 wurde bereits versucht, die zergliederte Bausubstanz in eine klarere Struktur zu fassen. 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