{"id":26054,"date":"2016-05-11T12:54:23","date_gmt":"2016-05-11T10:54:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.elmar-schmidinger.at\/hk5\/projekt\/wagner-gmbh\/"},"modified":"2025-10-20T09:17:24","modified_gmt":"2025-10-20T07:17:24","slug":"wagner-gmbh","status":"publish","type":"projekt","link":"https:\/\/ip217-154-147-205.pbiaas.com\/v80\/de\/projekt\/wagner-gmbh\/","title":{"rendered":"Wagner GmbH, N\u00fcziders"},"content":{"rendered":"<p><strong>Individualit\u00e4t mit System.<\/strong><\/p>\n<p>Die Basis der Firma Wagnertec bildet das S\u00e4urebad f\u00fcr ihre Chromstahlprodukte: nicht nur betrieblich, sondern auch baulich. Denn das Geschoss mit dem Bad und dem Kleinteilelager bildet den Sockel, auf dem der zweigeschossige Annex mit B\u00fcros, Empfang und Sitzungszimmern errichtet wurde.<\/p>\n<h4>\u00bbWir wollten wieder einen Schritt zur\u00fcck zu den Wurzeln des Holzbaus. Dabei schwebte uns eine neuartige Konstruktion mit einer traditionell gezimmerten Tragstruktur und aufgeschraubten, vorgefertigten Betonplatten vor. Diese Bauweise hat entscheidende Vorteile: sie vereint die Vorteile der Vorfertigung mit der Freiheit des Entwurfs; die Tr\u00e4ger und Platten sind separat wesentlich wirtschaftlicher zu transportieren als Module; wird der Annex dereinst zur\u00fcckgebaut, lassen sich die Materialien sauber trennen und wiederverwende.\u00ab<\/h4>\n<h5>DI Christoph D\u00fcnser<\/h5>\n<p>Weil das Tragwerk nur geringe Reserven bot, musste die Konstruktion sehr leicht sein. Zudem sollte sie m\u00f6glichst schlank ausfallen, denn die Geschossh\u00f6hen waren beschr\u00e4nkt. Der neuartige Verbund aus Holztr\u00e4gern mit einer aufgeschraubten Betonplatte l\u00f6st die Anforderungen elegant und zweckm\u00e4\u00dfig. Und er vereinfacht die Logistik, denn dank der separaten Lieferung von Balken und Betonplatten fallen weniger Fahrten an als bei Modulen. Ein weiteres Plus: Da die Betonplatte der Decke nicht verkleidet werden muss, ist ihre Masse thermisch aktiviert.<\/p>\n<p>~<\/p>\n<p>|Die Bauweise bietet eine effiziente und systematische Struktur bei individuellem Ausbau. Die B\u00fcror\u00e4ume sind gepr\u00e4gt von den Deckentr\u00e4gern aus Holz und der sichtbaren Betondecke, die Fassade vom robusten Mauerwerk mit Fensterlaibungen aus Chromstahl.\u00a0 Die Architektur spiegelt die Werte des Unternehmens: Effizienz, Innovation und pr\u00e4ziser Materialeinsatz.<\/p>\n<p>Die Firma Wagnertec in N\u00fcziders fertigt Komponenten aus Chromstahl f\u00fcr Anlagenbau, Energieversorgung und Haustechnik. Um die zuk\u00fcnftige Entwicklung des Betriebs zu erm\u00f6glichen \u2013 einerseits waren die B\u00fcror\u00e4ume knapp geworden, andererseits sollte eine hochwertige Architektur Mitarbeiter anziehen \u2013 musste der Verwaltungstrakt erweitert werden. Das Raumprogramm des Anbaus umfasste im Erdgeschoss auf 373 m\u00b2 einen Empfang, ein grosses Sitzungszimmer sowie ein Grossraumb\u00fcro und Nebenr\u00e4ume. Das zweite Geschoss wurde ebenfalls errichtet, bleibt im Moment aber ungenutzt und befindet sich noch im Rohbau. Zudem besteht die Option, den Anbau um ein drittes Geschoss aufzustocken. |<\/p>\n<p>Die Erweiterung wurde auf einem bestehenden, im Gel\u00e4ndeverlauf einseitig versenkten Sockelgeschoss errichtet, in dem sich das Kleinteilelager der Firma befindet sowie das S\u00e4urebad, wo die Chromstahlkonstruktionen gebeizt werden. Da das Tragwerk der Bestandsbauten nur \u00fcber geringe Reserven verf\u00fcgte und die Geschossh\u00f6hen beschr\u00e4nkt waren, musste die Konstruktion leicht und die Bauh\u00f6he der Decke gering ausfallen. Das konstruktive Herzst\u00fcck der Erweiterung bildet deshalb eine neuartige Hybriddecke aus Holz und Beton, die diese beiden Probleme elegant l\u00f6st. Mit 42 cm Gesamtst\u00e4rke f\u00e4llt sie schlank aus, und da die Betonschicht lediglich 10 cm betr\u00e4gt, bleibt ihr Gewicht niedrig. Analog zum <a href=\"http:\/\/www.hermann-kaufmann.at\/v5\/projektkategorie\/gewerbe-handel\/\">Illwerke Zentrum Montafon<\/a> und dem <a href=\"http:\/\/www.hermann-kaufmann.at\/v5\/projekt\/lct-one\/\">LCT ONE &#8211; LifeCycle Tower<\/a> wirken die beiden Baustoffe optimal zusammen: Holztr\u00e4ger werden auf der Unterseite der Decke auf Zug belastet, w\u00e4hrend der Beton auf der Oberseite den Druck aufnimmt. Dank einem Zuschlag von 1% Polypropylen in der Betondecke ist der Brandschutz (REI90) gew\u00e4hrleistet, auch wenn die gesamte Konstruktion offen und sichtbar ist. Das Holz dient als Tragwerk und bildet gleichzeitig den Innenausbau. Dies macht das System effizient und das Holz im Vergleich zu anderen Baustoffen konkurrenzf\u00e4hig.<\/p>\n<p>Die Decke bildet eine Weiterf\u00fchrung des Deckenmoduls des Systems LCT. Mittels neu entwickelter Schraubverbindungen <a href=\"https:\/\/eshop.wuerth.de\/FT-Verbinder-ZB-FT-VERBINDER-SHR-VG-D10MM\/016530010.sku\/de\/DE\/EUR\/\">SWG HBV-FT-Verbinder in Verbindung mit W\u00fcrth ASSY plus VG Schraube<\/a>) k\u00f6nnen die Betonplatten direkt vor Ort auf die Balken aufgeschraubt werden, w\u00e4hrend beim LCT-Modul vor dem Verguss in den Holztr\u00e4ger befestigte Schrauben und Schubkerven den Verbund sicherstellten. Die Bauweise, bei der die beiden Baustoffe erst vor Ort und nicht schon im Elementwerk verbunden werden, bietet wesentliche Vorteile: Der Bauablauf wird vereinfacht und r\u00fcckt wieder einen Schritt n\u00e4her an die Wurzeln des Holzbaus. Das Tragwerk aus Holz wird von Zimmerleuten vor Ort erstellt und die im Werk vorgefertigten Betonplatten erst danach geliefert und verschraubt. Dadurch wird die Logistik effizienter, denn es wird kaum Luft transportiert. Die Tr\u00e4ger k\u00f6nnen ebenso kompakt geliefert werden wie die Betonplatten. Zudem ist der Entwurf freier in der Form als beim LCT-System, wo das rechteckige Modul die Geb\u00e4udeform weitgehend definiert \u2013 die Betondecken k\u00f6nnen jede erdenkliche Form annehmen. Am Ende des Lebenszyklus spielt der verschraubte Verbund einen weiteren Vorteil aus: Wird der Annex dereinst zur\u00fcckgebaut, lassen sich die Materialien einfach und sauber trennen.<\/p>\n<p>| Die Tragstruktur gliedert sich in St\u00fctzenpaare aus Leimbindern (680 mm auf 240 mm) in einem Abstand von 758 cm. Die St\u00fctzten stehen entlang der Fassaden und in der Geb\u00e4udemitte (Achsraster 463 cm), wo ihre Lage auf die gemauerten Pfeiler im Untergeschoss ausgerichtet ist. Auf den St\u00fctzen liegen drei Haupttr\u00e4ger (an den Fassaden 30700 mm x 340 mm x 400 mm, in der Geb\u00e4udemitte 23420 mm x 580 mm x 400 mm). Dazwischen sind die Sekund\u00e4rtr\u00e4ger (7050 mm x 200 mm x 320 mm) mit einem Raster von 116 cm eingespannt. Im Empfangsbereich ist ein Deckenfeld ausgespart, um einen zweigeschossigen Raum zu erhalten.<\/p>\n<p>Die Fassaden bestehen aus vorgefertigten Elementen, die vor die Tragstruktur gestellt wurden und die jeweils ein Feld zwischen den St\u00fctzenpaaren umfassen. F\u00fcr die H\u00fclle wurde auf Wunsch des Bauherrn ein hinterl\u00fcftetes Sichtmauerwerk erstellt, die D\u00e4mmung besteht aus 26 cm Mineralwolle. Der Klinker aus den Niederlanden bietet eine pflegeleichte Aussenhaut, und zusammen mit den Fensterlaibungen aus Chromstahl, von der Wagnertec selbst gefertigt, zeigt sich der Anbau robust und belastbar. Eine Besonderheit bieten die grossen B\u00fcrofenster (394 cm auf 200 cm), die ganz ohne L\u00fcftungsfl\u00fcgel auskommen. Im Inneren dominieren Oberfl\u00e4chen aus Holz mit Wandverkleidungen in s\u00e4gerauer Buche und massgefertigten M\u00f6bel aus massivem Buchenholz. Die in die Br\u00fcstung integrierte L\u00fcftung ist ebenfalls mit s\u00e4gerauer Buche liegend verkleidet. F\u00fcr den Boden kam in den G\u00e4ngen ein gelederter Stein zum Einsatz, in den B\u00fcros aufgrund der Akustik Teppichfliesen.<\/p>\n<p>Die einfache, robuste Haustechnik unterstreicht den fokussierten Ansatz, und die thermisch aktivierte Betondecke nutzt die offene Bauweise. In die Betonplatten eingelassene Rohre \u2013 ebenfalls von der Wagnertec selbst erstellt und im Betonwerk eingelegt \u2013 sorgen daf\u00fcr, dass die Masse des Betons als W\u00e4rmespeicher genutzt werden kann.<\/p>\n<p>Der Anbau in N\u00fcziders vereint gro\u00dfz\u00fcgige R\u00e4ume mit einer effizienten Konstruktion \u2013 und individuellen Ausbau mit einem modularen Ansatz. Ein lohnender, neuer Weg im hybriden Holzbau, der den Bauherren wie auch den Planern entgegenkommt.<\/p>\n<p>||<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Individualit\u00e4t mit System. 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