{"id":26080,"date":"2016-05-11T12:55:46","date_gmt":"2016-05-11T10:55:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.elmar-schmidinger.at\/hk5\/projekt\/morscher-unterstein\/"},"modified":"2025-10-20T09:38:14","modified_gmt":"2025-10-20T07:38:14","slug":"morscher-unterstein","status":"publish","type":"projekt","link":"https:\/\/ip217-154-147-205.pbiaas.com\/v80\/de\/projekt\/morscher-unterstein\/","title":{"rendered":"Unterstein, Langenegg"},"content":{"rendered":"<p>War das Leben im Bregenzerwald einst fest verankert mit einer traditionellen Bauweise, folgte ab Mitte des letzten Jahrhunderts eine Phase, in der diese Einheit von Leben, Geb\u00e4ude und Landschaft auseinanderzuklaffen begann.<\/p>\n<p>Nun hat sich in den letzten Dekaden das Leben im Bregenzerwald erneut ver\u00e4ndert. Die M\u00f6glichkeiten sind vielf\u00e4ltiger geworden, die Menschen sehen wieder vermehrt eine Zukunft fernab der St\u00e4dte. Es stellt sich erneut die Frage: Wie baut man f\u00fcr diese neuen Bewohnerinnen und Bewohner? Wie kann deren Lebensgef\u00fchl eine Heimat finden? Die beiden Wohnh\u00e4user in Langenegg zeigen beispielhaft, wie Qualit\u00e4t und Gen\u00fcgsamkeit sich mischen \u2013 und sich zu einem Amalgam aus st\u00e4dtischer Eleganz und Landleben vereinen.<\/p>\n<p>Die Bev\u00f6lkerungszahl von Langenegg l\u00e4sst einige interessante Schl\u00fcsse zu: Die Talsohle wurde 1971 mit 705 Personen durchschritten. Die Zahlen stiegen gegen Ende des Jahrhunderts wieder an, um im Januar 2016 bei beachtlichen 1147 Einwohnern zu landen \u2013&nbsp;das erste Mal weilten wieder mehr Menschen in Langenegg als 1869 mit 1049 Bewohnenden. Nachdem bis in die 1970er-Jahre eine stetige Landflucht stattfand, bietet das Leben im Bregenzerwald offenbar wieder eine valable Option. Was zieht die Menschen an diesen Ort? Es ist sicherlich die sch\u00f6ne Landschaft des Bregenzerwalds, die sich hier in breiten und geschwungenen H\u00fcgelz\u00fcgen zeigt. Als weiterer Faktor kommen die zunehmenden M\u00f6glichkeiten hinzu, in der Tourismusbranche ein Auskommen zu finden. |Dieses stete Bev\u00f6lkerungswachstum zog auch eine rege Baut\u00e4tigkeit in der Region nach sich.<\/p>\n<p>Einen Teil dieser Aktivit\u00e4ten bilden die beiden Wohnh\u00e4user im Ortsteil Unterstein von Langenegg. Die Morscher Bau- &amp; Projektmanagement GmbH aus Mellau hat sie als Bautr\u00e4gerin errichten lassen. In ihrem Portfolio sind einige Geb\u00e4ude zu finden, die sich der sachlich-konstruktiven Ausdruckweise bedienen, f\u00fcr die Vorarlberg bekannt ist.&nbsp; Meistens sind die Fassaden in Holz ausgef\u00fchrt \u2013 so auch diese beiden Geb\u00e4ude. Morscher nennt die beiden H\u00e4user eine Kleinwohnanlage, wobei sich der Begriff ebenso auf die beiden Geb\u00e4ude mit je 6 Wohnungen beziehen l\u00e4sst wie auf die Wohnungen selbst: Die 3-Zimmerwohnungen schlagen mit 80 m\u00b2 zu Buche, die 2-Zimmerwohnungen mit 50 m\u00b2.<\/p>\n<p>~<\/p>\n<p>Das steile Grundst\u00fcck ist lang und schmal. Es war anspruchsvoll, die beiden H\u00e4user auf dieser Parzelle einzupassen: Die einzige M\u00f6glichkeit lag darin, die zwei Volumen parallel zum Hang zu stellen. Im Schnitt ist ersichtlich, wie tief der Sockel aus Beton in den Hang hineinreicht; das Haus steht fast bis zum 2. Obergeschoss in der Erde. Der Sockel beherbergt die Erschlie\u00dfung, Kellerr\u00e4ume und die Garagen f\u00fcr die Fahrzeuge. Um dennoch Licht in das r\u00fcckw\u00e4rtige Treppenhaus zu holen, ist sein Abschluss im 2. OG verglast.<\/p>\n<p>Die Konstruktion erfolgte in Mischbauweise: die Decken aus Stahlbeton stehen auf Metallst\u00fctzen, w\u00e4hrend die Fassaden aus hochged\u00e4mmten Holzelementen erstellt wurden. Die Mischbauweise ist effizient und sie erlaubt es, die St\u00e4rken der einzelnen Materialien zu nutzen. Die Wohnungen sind effizient als Dreisp\u00e4nner organisiert. | Zwischen den beiden Dreizimmerwohnungen an den Enden liegt eine einseitig orientierte Zweizimmerwohnung. Innerhalb der Wohnungen steht ebenfalls Effizienz an oberster Stelle. Durchgehende, gro\u00dfz\u00fcgige Balkone entsch\u00e4digen f\u00fcr die Enge der Zimmer \u2013&nbsp;an diesem Ort m\u00f6chte man seine Zeit ohnehin lieber drau\u00dfen verbringen.<\/p>\n<p>In den Details zeigt sich das Qualit\u00e4tsbewusstsein des Bautr\u00e4gers: Die Fassaden sind mit kleinteiligen Holzschindeln eingedeckt, die L\u00fcftungsanlage ist im unbeheizten Dachboden untergebracht \u2013 die daf\u00fcr notwendige Nachstr\u00f6m\u00f6ffnung gliedert sich sowohl vom Material wie von den Dimensionen in die Fassade ein. Die Garagenfronten sind b\u00fcndig eingebaut, das asymmetrische Dach erh\u00e4lt dank der innenliegenden Rinne eine elegante Erscheinung. Selbst die thermischen Kollektoren sind in die Br\u00fcstungen der Fassade integriert, w\u00e4hrend die Photovoltaik-Module fl\u00e4chenb\u00fcndig in die Dachhaut integriert sind: zeitgem\u00e4\u00dfe Technik ist in die Gestaltung integriert, statt als Fremdk\u00f6rper am Volumen angeh\u00e4ngt zu sein. Und auch dort, wo sonst meistens gespart wird, zeigt sich das Haus von einer herausragenden Qualit\u00e4t: Die Treppenh\u00e4user erf\u00fcllen mit schwarz durchgef\u00e4rbtem Beton und get\u00e4ferten W\u00e4nden hohe Standards. Eine sinnvolle Investition in die Zukunft der Region, denn die neuen Bewohner von Langenegg bringen nicht nur die Sehnsucht nach dem Landleben mit \u2013 sie sind auch vertraut mit den Annehmlichkeiten des modernen Lebens.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>War das Leben im Bregenzerwald einst fest verankert mit einer traditionellen Bauweise, folgte ab Mitte des letzten Jahrhunderts eine Phase, in der diese Einheit von Leben, Geb\u00e4ude und Landschaft auseinanderzuklaffen begann. Nun hat sich in den letzten Dekaden das Leben im Bregenzerwald erneut ver\u00e4ndert. 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