{"id":26155,"date":"2016-05-11T12:58:53","date_gmt":"2016-05-11T10:58:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.elmar-schmidinger.at\/hk5\/projekt\/raiffeisenbank-bezau-umbau-buero\/"},"modified":"2025-10-20T09:09:23","modified_gmt":"2025-10-20T07:09:23","slug":"raiffeisenbank-bezau-umbau-buero","status":"publish","type":"projekt","link":"https:\/\/ip217-154-147-205.pbiaas.com\/v80\/de\/projekt\/raiffeisenbank-bezau-umbau-buero\/","title":{"rendered":"Raiffeisenbank, Bezau"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ein neues Kleid mit Ma\u00df.<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr \u00e4ltere Geb\u00e4ude wird eine anstehende Sanierung oft zur Existenzfrage. Wenn sie nicht in Inventar der Denkmalpflege verzeichnet sind, m\u00fcssen sie h\u00e4ufig einem Neubau weichen: Zu weit weg hat sich der Geschmack entwickelt, unerreichbar erscheinen die energetischen Ziele. Das Gesch\u00e4ftshaus der Raiffeisenbank in Bezau aus dem Jahre 1960 geh\u00f6rt zu diesen Kandidaten und dennoch zeigt sich das B\u00fcrogeb\u00e4ude \u00e4u\u00dferst widerstandsf\u00e4hig gegen den Wandel der Zeit. Es wurde 1960 als sachliches Haus erstellt und 1977\/78 von Leopold Kaufmann um eine Schalterhalle erweitert. Gleichzeitig erhielt es eine geschindelte Fassade mit falschen Abw\u00fcrfen als Ausdruck der damaligen Vorstellung eines \u201ealpinen Stils\u201c. Zwanzig Jahre sp\u00e4ter stellten Hermann Kaufmann Architekten 1997 die Schalterhalle instand.<\/p>\n<p>Als 2014 die Polizeistation von Bezau aus dem 2. Obergeschoss des Gesch\u00e4ftshauses ins neu erstellte Sicherheitszentrum umsiedelte, stellte sich die Gretchenfrage: Ersatzneubau oder Sanierung? Insbesondere die Frage nach dem Energieverbrauch war dr\u00e4ngend, denn sie war zur Zeit der Errichtung noch kein Thema und entsprechend schlecht schnitt das Haus unter diesen Aspekten ab. Die Bauherrschaft entschied sich dennoch, das Geb\u00e4ude weiterhin zu nutzen und auf einen Ersatz zu verzichten, nicht zuletzt, da Hermann Kaufmann Architekten die bereits 1978 errichtete Schalterhalle vor rund 20 Jahren saniert hatten.<\/p>\n<p>Die Instandstellung sollte die D\u00e4mmung verbessern, die Nutzung an heutige Bed\u00fcrfnisse anpassen und dem Haus einen neuen Ausdruck verleihen. Das Resultat ist eindr\u00fccklich: Nach dem Eingriff zeigt sich das B\u00fcrogeb\u00e4ude in einem neuen Kleid, das mit pragmatischen Mitteln den Energiebedarf des Hauses senkt und ihm eine zeitgem\u00e4\u00dfe Erscheinung verleiht. |<\/p>\n<p>~<\/p>\n<p>Die Raiffeisenbank in Bezau stach nie besonders heraus. Das Gesch\u00e4ftshaus aus den 1960er-Jahren wurde im n\u00fcchtern-sachlichen Stil der 1960er-Jahre erstellt. Nach einem ersten Umbau 1977 zeigte es sich im damals orts- und zeittypischen \u201eAlpin-Stils\u201c. Als 2014 die Polizeistation aus dem zweiten Stock des Hauses ins neue Sicherheitszentrum umsiedelte, wurden grunds\u00e4tzliche Fragen gestellt: war es sinnvoll, einen Teil des Geb\u00e4udes weiterhin zu nutzen, oder w\u00e4re nicht ein Neubau die bessere Basis f\u00fcr die Zukunft? Diese Aufgabenstellung wird zu einem immer wichtigen Wirkungsfeld f\u00fcr Architekturb\u00fcros, denn Anpassungen und Sanierungen nehmen stetig zu \u2013 Neubauten hingegen werden tendenziell seltener.<\/p>\n<p>Am Anfang solcher Untersuchungen steht h\u00e4ufig die Berechnung der Prim\u00e4renergie f\u00fcr Erstellung und Betrieb, die mit den entsprechenden Werten einer Sanierung verglichen wird. In diesen Vergleichen schneiden die H\u00e4user aus den Boomjahren vor der \u00d6lkrise immer schlecht ab. Die Berechnungen weisen dann h\u00e4ufig nach, dass ein Neubau auf l\u00e4ngere Sicht betrachtet weniger Energie als eine Sanierung ben\u00f6tigt, weil die Betriebsenergie \u00fcberm\u00e4\u00dfig stark zu Buche schl\u00e4gt. Eine scheinbar logische Sache, die nur einen Haken hat: Sie widerspricht dem gesunden Menschenverstand. Und dem Hang zur Sparsamkeit, der im Bregenzer Wald wie \u00fcberall in den Alpen eine lange Tradition hat. Zudem war die Schalterhalle der Raiffeisenbank Bezau Mellau im Erdgeschoss erst im Jahre 1997 aufgefrischt worden.<\/p>\n<p>In diesem Spannungsfeld begannen die Planer, eine praktikable und ma\u00dfvolle L\u00f6sung auszuarbeiten. Statt nur die Zahlen zu vergleichen, suchten sie nach wirkungsvollen Ma\u00dfnahmen, die gleichzeitig Energie sparten und den Gebrauch aufwerteten. Die L\u00f6sung war in diesem Fall ziemlich unspektakul\u00e4r: der Ersatz der Fenster, ein neues Dach und eine\u00a0| Au\u00dfend\u00e4mmung hinter einer Verkleidung aus s\u00e4gerauer Fichte waren die Eingriffe, die beide Probleme zu l\u00f6sen vermochten. Um die Nutzung zu vereinfachen, wich der kammerartige Grundriss des 2. Obergeschosses einem offenen Raumkonzept und das Dachgeschoss erhielt mit einem Schulungsraum mit K\u00fcche die Infrastruktur f\u00fcr Tagesseminare.<\/p>\n<p>Auch der Innenausbau wurde aufgefrischt: In den B\u00fcros sind einige Mauern gewichen, um offenere R\u00e4ume zu erhalten, die verbleibenden W\u00e4nde haben eine Verkleidung aus geb\u00fcrsteter Wei\u00dftanne erhalten, die an den Au\u00dfenw\u00e4nden als Brustt\u00e4fer auf Br\u00fcstungsh\u00f6he ausgef\u00fchrt ist, das bin in die tiefen Leibungen der Fenster reicht. Das Treppenhaus wirkt nach der Instandstellung ebenfalls wieder frisch und zeitgem\u00e4\u00df. Gleichzeitig wurde die Absturzsicherung auf die neu erforderliche H\u00f6he von 1.00 Meter angehoben, ohne den n\u00fcchternen Ausdruck der 1960er-Jahre zu negieren: Ein Aufsatz aus Holz erg\u00e4nzt das metallene Gel\u00e4nder und verbindet die beiden Epochen zu einer schl\u00fcssigen Mischung. Der neue Lift erm\u00f6glicht einen barrierefreien Zugang zu allen Geschossen. Um Platz f\u00fcr ihn zu schaffen, musste der Eingang von der eingezogenen Ecke auf die kurze Seite der Fassade weichen.<\/p>\n<p>Doch die sichtbarste Ver\u00e4nderung weist das Haus in seinem \u00c4u\u00dferen auf. Anstelle der dunklen Lochfassaden ziert die Raiffeisenbank nun ein Kleid aus stehenden Latten, auf dem zwei zur\u00fcckversetzte B\u00e4nder einen Akzent setzen. Sie lassen die Fenster als Teil eines Bandes erscheinen, das sich um drei Seiten des Hauses zieht und das die beiden B\u00fcrogeschosse ablesbar macht. Das Erdgeschoss wurde ebenfalls von au\u00dfen ged\u00e4mmt und verputzt. Es bildet die murale Basis f\u00fcr die oberen Geschosse. |<\/p>\n<p>Die eingangs gestellte Frage nach der Energie l\u00e4sst sich \u2013 wenn \u00fcberhaupt \u2013 wohl erst in einigen Jahren beantworten. Die Sanierung der Raiffeisenbank in Bezau bietet einen Ansatz, der mit wenig Technologie auskommt und der die graue Energie nutzt, die im bestehenden Geb\u00e4ude steckt: All dies muss in der Betrachtung der Energiebilanz ber\u00fccksichtigt werden. Doch wie w\u00fcrde sich der prognostizierte Verbrauch einpendeln? Wie aufw\u00e4ndig w\u00fcrde sich der Unterhalt der Technik gestalten? Dies sind Faktoren, die sich kaum in nackten Zahlen darstellen lassen, was den Vergleich zwischen den Optionen zus\u00e4tzlich erschwert. Bis in dieser Frage Klarheit herrscht, kann man sich deshalb getrost an die alpinen Tugenden halten und einfach weiter nutzen, was noch funktioniert.<\/p>\n<p><strong>\u00a0||<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein neues Kleid mit Ma\u00df. F\u00fcr \u00e4ltere Geb\u00e4ude wird eine anstehende Sanierung oft zur Existenzfrage. Wenn sie nicht in Inventar der Denkmalpflege verzeichnet sind, m\u00fcssen sie h\u00e4ufig einem Neubau weichen: Zu weit weg hat sich der Geschmack entwickelt, unerreichbar erscheinen die energetischen Ziele. Das Gesch\u00e4ftshaus der Raiffeisenbank in Bezau aus dem Jahre 1960 geh\u00f6rt zu [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"featured_media":47796,"template":"","tags":[],"publik":[975],"projekt-art":[958],"projekt-land":[938],"projekt-status":[943],"projekt-kategorie":[920,949],"projektphase":[],"class_list":["post-26155","projekt","type-projekt","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","publik-projektbeschreibung","projekt-art-bauen-im-bestand","projekt-land-oesterreich","projekt-status-fertiggestellt","projekt-kategorie-arbeit","projekt-kategorie-buero","projektkategorie-gewerbe-handel","projektkategorie-umbauten"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ip217-154-147-205.pbiaas.com\/v80\/de\/wp-json\/wp\/v2\/projekt\/26155","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ip217-154-147-205.pbiaas.com\/v80\/de\/wp-json\/wp\/v2\/projekt"}],"about":[{"href":"https:\/\/ip217-154-147-205.pbiaas.com\/v80\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projekt"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ip217-154-147-205.pbiaas.com\/v80\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/47796"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ip217-154-147-205.pbiaas.com\/v80\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=26155"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ip217-154-147-205.pbiaas.com\/v80\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=26155"},{"taxonomy":"publik","embeddable":true,"href":"https:\/\/ip217-154-147-205.pbiaas.com\/v80\/de\/wp-json\/wp\/v2\/publik?post=26155"},{"taxonomy":"projekt-art","embeddable":true,"href":"https:\/\/ip217-154-147-205.pbiaas.com\/v80\/de\/wp-json\/wp\/v2\/projekt-art?post=26155"},{"taxonomy":"projekt-land","embeddable":true,"href":"https:\/\/ip217-154-147-205.pbiaas.com\/v80\/de\/wp-json\/wp\/v2\/projekt-land?post=26155"},{"taxonomy":"projekt-status","embeddable":true,"href":"https:\/\/ip217-154-147-205.pbiaas.com\/v80\/de\/wp-json\/wp\/v2\/projekt-status?post=26155"},{"taxonomy":"projekt-kategorie","embeddable":true,"href":"https:\/\/ip217-154-147-205.pbiaas.com\/v80\/de\/wp-json\/wp\/v2\/projekt-kategorie?post=26155"},{"taxonomy":"projektphase","embeddable":true,"href":"https:\/\/ip217-154-147-205.pbiaas.com\/v80\/de\/wp-json\/wp\/v2\/projektphase?post=26155"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}