IZM - Illwerke Zentrum Montafon, Vandans
IZM - Illwerke Zentrum Montafon, Vandans
IZM - Illwerke Zentrum Montafon
IZM - Illwerke Zentrum Montafon
IZM - Illwerke Zentrum Montafon
Projektinfos

IZM – Illwerke Zentrum Montafon, Vandans

Eines der größten Fachwerk-Bürogebäude der Welt, das neue Standards für nachhaltiges Bauen setzt.

Das Illwerke Zentrum Montafon (IZM) in Rodund ist das neue Verwaltungsgebäude des Vorarlberger Stromerzeugers und ein Holzbau der Superlative: Er war bei seiner Fertigstellung mit über 10.000 m² Nutzfläche das größte Bürogebäude aus Holz in Mitteleuropa. Die Holzkonstruktion über dem Betonsockel wurde in lediglich sechs Wochen zusammengefügt und bildet die erste Anwendung des Lifecycle Tower (LCT) auf dem freien Markt, das mit einer Holz-Beton-Verbunddecke einen Holzbau auch jenseits der Hochhausgrenze ermöglicht. Der Entwurf ist auf die Stärken der modularen Bauweise und die Kapazitäten der lokalen Handwerksbetriebe ausgerichtet, die Möglichkeiten des Hybridbaus sollten voll ausgeschöpft werden: Die Stärken des Holzbaus werden mit denjenigen des Massivbaus kombiniert.

»Schon lange arbeiten wir daran, unseren vor der Tür durch die Sonne produziertem Baustoff von den Vorurteilen zu befreien und zu seinem Recht als dem idealen Baustoff der Zukunft zu verhelfen. Wiederum ein Beispiel dafür liefert das neue Illwerke Zentrum in Vandans, das auch ein Beweis dafür sein wird, dass nachhaltiges Bauen und Architekturqualität kein Widerspruch per se ist.«

Univ.-Prof. Arch. DI Hermann Kaufmann

Eine Besonderheit des Systems ist, dass das Holz nicht nur trägt, sondern auch sichtbar bleibt. Denn das Material verschwindet nicht wie sonst üblich hinter Gipswänden – es bildet einen Teil des Innenausbaus. Damit lassen sich Bauten im industriellen Maßstab mit der gleichen Sorgfalt und Wohnlichkeit herstellen wie die kleinen Preziosen, für die das Vorarlberg sonst berühmt ist.

Städtebau, Standort, Infrastrukturanbindung

Die Form des IZM ist durch zwei Vorgaben definiert: die statische Struktur des Bausystems mit den vorgefertigten Rippendecken und der Absicht, für alle 270 Arbeitsplätze vergleichbare Bedingungen zu schaffen. Damit war die Tiefe des Hauses begrenzt und in der Folge wuchs die Länge des Gebäudes auf 120 Meter an. Zudem war durch die Bauweise auch die Form definiert, denn die vorgefertigten Platten spielen ihre Vorteile am besten in einem kubischen Volumen aus. Der klar geschnittene Holzbau ließ sich daher nur auf dem Perimeter unterbringen, indem er über den Rand des Ausgleichsbecken hinaus auf die Wasserfläche geschoben wurde.

In dieser Position weist das Gebäude eine klare Trennung in zwei Seiten auf. Gegen Osten empfängt das Haus seine Gäste mit einer einladenden Geste: Das großzügig bemessene Vordach markiert den Eingang und ein Park schafft genügend Raum, um das Haus in seinen vollen Ausmaßen zu präsentieren. Die Fassade gliedert sich in Schichten aus Brüstungen, Fensterbänder und Vordächer. Die Länge wird zum Leitmotiv des Hauses.

Nachhaltigkeit

Der Primärenergieverbrauch liegt unter 30 kWh/m²/Jahr, der Passivhausstandard gewährleistet einen Heizwärmebedarf von 14 kWh/m²/Jahr. Dieser wird vollständig durch das Abwärmesystem des Rodundwerkes gedeckt, über ein Wärmepumpensystem auch der Kühlbedarf.

In der Betrachtung über den Lebenszyklus hinweg bildet der Holzbau für eine umweltschonende Bauweise die Konstruktion der Wahl. Doch das Bauen mit Holz fordert von den Planern viel Wissen über Material und Konstruktionen, von den Herstellern ein hohes Maß an handwerklichem Können. Da dieses Wissen häufig nur regional verfügbar ist, verhindern diese Faktoren, dass sich das Baumaterial weit verbreitet. Dieses Einschränkungen aufzuheben und dem Holzbau den Weg zu bereiten, ist erklärtes Ziel des LCT-Bausystems.Mit dem neuen Zentrum haben die Illwerke ein Bekenntnis für die Region abgelegt, denn sie bietet jungen Leuten eine Perspektive im Tal und tragen dazu bei, dass diese nicht in die Städte abwandern. Um die Belegschaft von einem Neubau zu überzeugen, war diese mit einer Delegation von Beginn an in die Planung involviert. Das Bürokonzept wurde im Rahmen von Interviews und Workshops optimiert.

Der hohe baukulturelle Anspruch schloß auch fünf Arbeiten für die Kunst am Bau für dieses Projekt mit ein. Dank dem Besucherzentrum im Erdgeschoss ist das neue Illwerke Zentrum auch zugänglich für die Öffentlichkeit.

Bauherr
Vorarlberger Illwerke AG, Bregenz

Standort
Vandans

Fertigstellung
2013

Projektdaten
NGF 9.900 m², BGF 11.497 m²,
BRI 44.881 m³
Energie Passivhaus

Zertifikate
Klimaaktiv Silber, ÖGNI Platin, DGNB Platin

Projektphasen
Wettbewerb
Ausführung
Infowürfel

Rechte
Text Marko Sauer
Foto Bruno Klomfar, Norman Radon

Dokumente
Datenblatt | Pläne
Projektdetails
Publik
    Auszeichnungen
  • Staatspreis Architektur und Nachhaltigkeit 2014
    2014 (Nominierung)
  • Hypo Bauherrenpreis
    2015 (1. Preis)
  • Holzbaupreis Vorarlberg
    2015 (Preis Holzmischbauweise)
  • Constructive Alps 2015
    2015 (Anerkennungspreis)
  • MaterialPREIS 2015
    2015 (1. Auszeichnung)
  • Hypo Bauherrenpreis
    2015 (1. Preis)
  • Europäischer Architekturpreis 2015 Energie + Architektur
    2016 (Auszeichnung)
    Publikationen
  • IZM Illwerke Zentrum Montafon
    ZN Z-352, Bauplanung & Projekt 2017, S. 80
  • IZM Illwerke Zentrum Montafon
    ZN Z-253, Mikado, Okt. 2013, S. 12-20
  • IZM – Moderner Holzbau in klassischer Architektur
    ZN Z-256, Wilhelm Lennartz, Bauen mit Holz, 11/2013, S.9-12
  • IZM – Bürohaus der Extraklasse
    ZN Z-259, Michael Reitberger, Holzbau Austria, 08/2013, S. 8-13
  • Ressource Baukultur
    ZN Z-262, Florian Aicher, Leben & Wohnen, VN-Beilage, Dez. 2013, S. 4-7
  • IZM – Energieeffizienz als Unternehmenshaltung
    ZN B-067, Jörg Pfäffinger, Schweizer Energiefachbuch 2014
  • Holz streckt sich – IZM Illwerke Zentrum Montafon
    ZN Z-263, Christina Vogt, Lignardo 01/2014, S.40-47
  • IZM – Neue Wege beschreiten: architektonisch, strukturell, kulturell
    ZN Z-264, Marc Wilhelm Lennartz, greenbuilding, 01-02/2014, S.28-33
  • Steckprinzip für die Baustelle
    ZN Z-265, Angela Trinkert, Der Zimmermann, 02/2014, S. 17-20
  • IZM Illwerke Zentrum Montafon
    ZN Z-266, Marc Wilhelm Lennartz, Baumeister, Mai 2014, S. 36-44
  • Illerke Zentrum Montafon
    ZN Z-268, Eva Guttmann, Zuschnitt 54, S.8-9
  • IZM Illwerke Zentrum Montafon
    ZN Z-272, AIT 4.2014, S. 114-119
  • Illwerke Zentrum Vandans – Synergien im Verbund
    ZN Z-275, Britta Rohlfing, GRID by Detail, 03/2014, S. 18-23
  • Illwerke Zentrum Montafon
    ZN Z-276, Camilla Schlyter, TRÄ, 03/2014, S. 18-24
  • IZM -Neue Dimensionen im industriellen Holzbau
    ZN Z-281, Staatspreis für Architektur und Nachhaltigkeit 2014, S. 32-33
  • IZM – Vorfertigung auf neuem Niveau
    ZN Z-282, TEC21, Schweizerische Holzbauzeitung, 12/2014, S. 22-27
  • IZM – modulare Hybridbauweise
    ZN Z-283, Baukultur Zeitschrift des DAI, 06/2014, S. 14-15
  • Holzbauweise für Büros – IZM
    ZN Z-289, Wolfgang Huß, TUM, industrieBau 01/2015, S. 36-39
  • IZM Illwerke Zentrum Montafon
    ZN Z-292, Industrie- und Gewerbebauten 2015, 03/2015, S.71-78
  • IZM – Illwerke Zentrum Montafon
    ZN Z-293, D´architectures 233, März 2015, S.68-75
  • IZM – Individualität aus dem Baukasten
    ZN B-071, Marko Sauer, Holzbauten der Moderne, Ausstellungskatalo, 2015, S. 52-59
  • IZM Illwerke Zentrum Montafon
    ZN Z-305, Christian Schittich, Detail 12/2015, S. 1234-1236
  • IZM – Hoch hinaus mit Holz
    ZN Z-311, ADLER Prospekt 02/2015, S.16-21
  • IZM Illwerke Zentrum Montafon – Mit System in die Länge gebaut
    ZN Z-335, Christine Ryll, DBZ Deutsche Bauzeitung 10/2016, S. 28-35
  • IZM Illwerke Zentrum Montafon
    ZN B-073, Best of Austria 2014_15, S. 156
  • IZM – Systemisch geplant
    ZN B-078, Holzbauten in Vorarlberg, Edition Detail 2017, S. 64-69